
Der Sturz
Was sagt dein Psychologe? Du sollst loslassen! Na denn!
Tatsächlich ich falle. Dein Gesicht! Mein Gott wirst Du schnell klein. Was ist das für eine Brücke? Muss man doch wissen, wo man zu Tode stürzt. Kornhaus, Lorraine, Kirchenfeld? Du weißt es nicht. Ach Du bist schon gar nicht mehr da. Falsch mein Schatz, ich bin gleich nicht mehr da. Du wirst nur immer kleiner und bist gleich weg. Doch nur für mich. Denn ich flieg allein!
Weil du nicht sein willst wie Du bist, muss ich ein anderer werden.
Zu Eis erstarrt neben mir. Und nun? Taust Du an meinem Grab? Wünsch es Dir nicht. Gleich wird ein Loch sein, wo ein Egomane war. Ähnlich kalt. Du konntest mich wach treten, Du konntest mich weg treten, aber Du hättest mich nicht von der Brücke stossen sollen. Nein, ich wollte das nicht, ich wollte Dir auf dem Geländer nur noch mal Deinen Brief vorlesen. Nein, ich hatte auch kein Unwohlsein. Ich wollte Dich Deinem Hass ausliefern und mich mit. Du solltest einmal Deine eigenen Worte hören. Einmal.
Weil meine Liebe zu gross und ich zu klein für Dich war, muss ich mit vierzig sterben.
Wir alle verletzen uns, nicht ich Dich. Wir alle verletzen uns alle. Ständig. Wir alle verletzen uns ständig selbst. Wir leben verkehrt, weiss man wenn man stirbt. Du willst, ich will. Wir wollen zuviel. Alle. Ist das der Preis der Freiheit? Der freie Fall? Zahl ich für Deine Freiheit mit oder nehme ich sie Dir endgültig? Wie ist denn Dein Gefühl zu mir? Jetzt? Ein bisschen Nähe? Ein bisschen ist nichts. Auch Du warst mir nicht genug, ich habe mich nur anders verteilt. Nicht weil ich ein Mann und Egoschwein bin, sondern ein anderer Mensch. Das entschuldigt nichts was Dich verletzt hat. Doch bin ich es der fällt. Vielleicht auch, weil ich Dein Gesicht sehen wollte. Du solltest noch einmal Angst um mich haben. Doch Du wurdest so schnell klein.
Sterben kann auch ein Traum sein.
So wie ich bin, war ich in Deinem Leben. Nun gehe ich raus da, wie Du wolltest. Wenn Dein Wille zu Dir, stärker ist als Dein Wille zu mir, dann lässt Du mich fallen. Jetzt. Nein, das ist kein Selbstmord, keine idiotische Rache. Ich falle einfach. Lass es mich doch tun. Ich falle nicht wegen Dir, selbst wenn Du mich gestossen hättest. Und auch nicht wegen mir. Ich will fallen. Endlich. Nicht weil mir das Gerappel zu viel wird. Nein, weil ich fallen will und neu geboren werden. Es muss schon der Hades oder dergleichen sein, durch den ich gehen muss.
Fallen. Aus allem Wollen fallen.
Und es wird wieder einer kommen, der wird Dich kennen, wie ich Dich kannte. Der wird Dich nicht verstehen, doch wissen was mit Dir los ist. Der wird es lieben unter deinen Auswirkungen zu leben. Vielleicht bin ich es ja. Doch ich werde ein anderer sein, denn dazwischen liegt ein Tod von mir. Erst wenn ich aufschlage, weiss ich, wie ich anders leben will. Versuch in meiner Blutspur zu lesen, wie es weiter geht. Falls es Dich interessiert. Denn wenn ich Dich störte, dann soll es so bleiben. Dann gehe ich bei unserer zweiten Begegnung in Deinem Leben an Dir vorbei. Dann gibt es uns nicht mehr. Auch wenn Du mich liebst. Der Brief ist ein Schrei, doch ich kann nur neugeboren der Mann Deiner Liebe sein. Drunter mach ich es nicht. Kein Verhandeln.
Fliegen lernt wer nicht fallen will. Und Scheitern wer nicht fallen kann.
Und sehe den Grund vor mir, in den ich mich gleich bohren werde. Die Aare ist nicht tief. Wenn ich jetzt sterbe, geb ich Dir Liebe für ein ganzes Leben mit. Und will es nicht. Du musst mich töten, wie ich Dich jetzt für immer lösche. Entkommen können wir uns nicht. Untote Wiedergänger werden wir uns sein. Egal wo Du bist, egal mit wem ich`s treibe. Du solltest Deine Liebe töten, nicht mich. Gleich bin ich da. Wo bleibt der Film? Das weisse Licht? Ich sehe nur Dich, Deine Augen - als ich für Momente ahnte wer Du bist. Als wir den Fehler machten, zu glauben, eins zu sein. Da wollte ich mit Dir alt werden und bin es neben Dir geworden. So schnell, das ich jetzt sterbe.
Den Grund erreicht man nie im Traum. Doch tot werden wir uns sein. Morgen früh.
Götz Schwirtz 2004

Der Aufschlag
Wie kommt es, das du stehst wo ich lande? Warum bist du da? Weshalb bist du vor mir dort, wohin ich fallen werde? Was machst du in der Aare? Und warum bist du nackt? Ist das nicht kalt? Wieso stehst du nackt in der Aare, bis zu den Knien im Wasser? Was machen deine Arme? Warum halten sie mich? Was machst du da, ich wollte doch sterben. Lass mich los! Woher nur hast du diese Kraft? Ich wollte doch fallen, ich wollte aufschlagen, tot sein, der Aare Grün mit meinem Rot vermischen. Ich wollte doch neu werden. Woher hast du diese Kraft? Wieso hältst du mich auf?
WER BIST DU
Die mich da auffängt? Mensch, ich wollte sterben! Was ist das für ein Stuhl? Wer soll dort sitzen an dem Tisch? Wohin sieht dieses Fenster? Was kommt nach dieser Tür? Ich wollte in den Grund der Aare und nicht aufs Happybett.
WER BIST DU
Die mich in andere Sphären lacht. Unwirklich wie dein Ebenmass. Nicht von dieser Welt, die hohen schwarzen Bögen über Deinen Augen. Sanft geprägt dein Gesicht, ein zart entschiedenes Wunder. Dein Lachen, das von feinen, falsch roten Lippen in die Augen zu springen scheint. Bin ich tot oder träume ich? Aus welchem Reich kommst Du? Und warum habe ich das Gefühl, du würdest alles für mich tun? Oder täuscht das? Warum sagst du nichts? Bist du eine verstummte Sirene aus der Unterwelt oder gar eine Hexe? Du gibst mir nur ein Gefühl, weil Du nicht mehr hast.
WER BIST DU
Und was ist das für ein Zimmer? Ein Hotel? Woher kommt der Wind in der Gardine? Endet mein Leben an einem unbekannten Ort oder beginnt es hier? Kommt diese nasse warme Luft vom Meer? Oder hupt Verkehr? Sirenen? Manhattan? Ein Hafen? Maddalena vor mir? An welchem Ort in welchem Reich bin ich? Gefangen oder Frei? Und warum ist das ein Nachmittagslicht wie ich es kenne? Aus Träumen kenne. Träume von blätternden Zäunen in tiefer Sonne oder dem Spiegeln des Abends in Hochhausglas. Ich fiel bei hellerlichtem Tag. Wo sind wir jetzt? Oder kommt das von einem Medikament und ich liege halbtot auf einer Intensivstation? Hoffentlich haben die genug von dem Zeug. Denn diesen Traum will ich weiter haben. Warum riecht es nach Fisch? Was ist das für Musik? Ein Tango? Das muss ein Traum sein. Das Zimmer lädt ein zu sagen: Wohin gehen wir heute abend ? Denn es wäre ein Freude, mit Dir Schönheit lachend hierher zurückzukehren. Warum ist dein Kleid so braun wie dein Auge und so leicht und edel wie der Bogen darüber? Wieso hast Du mich so im Blick? Und woher kenne ich Dich? Du lässt mich eine warme Seele sehen. Warm wie die Mitte der Welt. Du könntest Fische verkaufen oder ein Hochhaus besitzen. Kann ich fragen wo wir sind, wenn ich nicht weiss
WER DU BIST
Dich will ich nicht fragen, wo ich bin. Verstehst du das, Schönheit? Bei Dir will ich nicht „Du“ sein. Nein von dir will ich nur im wir reden. Sehe ich dich, sehe ich deine Seele. Schön wie du. Warum bist du an diesem Ort? Und warum lachst du so, als ob du alles weißt? Ja warum sprichst du nicht? Tanzt Du? Gehst du? Fliegst du da vor mir? Mensch was bist du? Lässt Dich nicht greifen, nicht fassen. Doch entschweb mir nicht dunkler Engel! Niemals wusste ich mehr über ein Wesen und weiss doch nichts. Ich seh in dir nur was ich sehen kann und fühle nur wie viel im Dunkel bleibt. Warum kann ich dich besser spüren als mich? Und warum weiss ich nicht wer Du bist? Und scheine dich doch zu kennen. Aus einer Realität, der dieser Traum zu Grunde liegt. Komme oder gehe ich über diesen Traum in die neue Wirklichkeit, die du zu sein versprichst? Ist mein wärmster Traum, der von seinem Grab? Ist hier Anfang oder Ende? Bist du mir neue Welt, oder Untergang? Werde ich mich an dir laben, wie noch an keiner Frau oder verrecken an deiner Luftigkeit? Wesen, das mich in Ecken drückt, die es hier nicht gibt. Nicht in diesem Traum. Ach man kann das nicht bestimmen, die Richtung eines Traumes. Ah ja. Wer spricht denn da? Was ist das für ein Honigmaul, das da singt? In mich. Aus mir heraus. Sprichst du durch mich? Darf ich grober Klotz Bote deiner Engelszungen sein? Du bist die, die immer da ist, doch nie mit mir spricht. Du bist an jedem Ort zu hause, in jeder Sehnsucht. Du kannst jede Gestalt annehmen, drum bist Du auch gern mein Traum. Überall wirst du vor mir sein, drum ist auch Zeit egal. Ich kann die Schönheit der Orte, der Zeit des Lebens nur erfassen, wenn ich weiss, du bist dabei. Denn nur mit dir halte ich den Atem da an, wo er mir stockt. Du wirst mich lehren was ein anderer Mensch ist. Nur dich kann ich haben, wenn ich Menschen haben will. Das alles sagst du mir. Es klingt wie bei einem Teufelspakt. Wohin führst du mich aus diesem Zimmer? Was kommt am Strand und auf dem Boulevard? Bist du in deiner zarten Dunkelheit nun meine Frau für immer? Werden wir an die Orte gehen, wo weiterleben Hoffnung macht? Wo Wind vom Meer bläst und Autos hupen. Bevor Du mir die Welt und noch eine und noch eine…zeigst. Sag mir bevor wir in ein Leben fliegen:
WER BIST DU
Deine Einsamkeit
Götz Schwirtz 2005

Aufstand
Wie lange hatte sie bei mir gelegen? Was war hier vergangen? Ein Universum? Geschmolzen in einen Punkt von weniger als einem Moment? Welten entstehen in einem Augenaufschlag und gehen unter bei ihrem Schluss. Wir kamen nicht dazu, in das Zimmer zurück zu kehren, da wir es nie verlassen hatten. Und ich vergass, wie sehr es zu gehen einlud, als sie auf mir sass. Sich rieb, rittlings auf meinem Kopf für Äonen. So wie sie mich einsaugte, hat sie mich wieder ausgespuckt. Jetzt ist sie weg. Ist das ein Puff? Nein, im Puff wäre ich gegangen.
Wie sie ging wurde es kälter. Auch das Nachmittagslicht nahm sie mit fort und das Wehen in der Gardine. Was braun schattiert war, schweigt nun grau. Jetzt bin ich allein hier und werde immer wieder hier sein. Immer wieder. Nicht einsam doch allein. Der Lärm der abendlichen Stadt fährt durch die erhangenen Gardinen. Hupen und Rufe nach Taxis, die Theater fangen bald an. Am Meer liegt diese Stadt nicht, auch das hat sie mir vorgegaukelt. Alles was ich wollte. Die Wahrheit aber, kommt in diese Zimmer. Die Wahrheit ist, was ich nicht will. Die Wahrheit ist alles ausser mir.
Viele werden mit mir in diesem Zimmer liegen in jeder Stadt. Jede wird ihre Wahrheit mitbringen und verbergen. Jede wird sein wollen, was sie glaubt zu sein, gerieben an mir, meinen Rändern. Ich werde ihnen schwarzes Loch sein. Eingesogen in mich sehen sie nichts, wo doch nichts ist als schwarz. Und sehen also sich. Ist ihre Gravitation zu schwach, die eigene Bahn zu halten, werden sie durch mich gezogen sein. Geöffnet, gequirlt, entleert, neu mit sich selbst befüllt und hinten wieder ausgespuckt, als Mutter neuer Sterne. Manche werden neu genau wie vorher sein. Nur in mir waren sie kurz all ihre Partikel in heilloser Auflösung. Die sich nach mir aus ihrem Staub wieder alt zusammen setzen, hassen mich. Wie ungerecht . Nur durch missen wissen sie neu, dass sie alt, gut genug für sich waren. Das sind die, die allein bleiben. Die wie ich ihre Zimmer dabei haben. In denen sie, wie ich, den Körpern geben was sie brauchen, Vergessen suchend Spiele spielen, für Momente beim anderen Liebe ahnend. Ihren Geschmack vor lauter Sperma im Maul aber schnell vergessend. KOMM WIR MACHEN ES UNS! Kaputt.
Andere werden rechtzeitig ihre Bahn geändert haben. Die genügend Abgrund in sich haben, werden schwer genug gewesen sein, mir zu widerstehen. Etwas durcheinander, kopfschüttelnd ihr Inneres glatt streichend, gehen sie mir ab. Stärker als ich. Für jede von denen werde ich Solitude kommen lassen müssen, für ein Bad in unerfüllter Sehnsucht, die rostige Wanne voll Schmerz. Wenn ich mit Nägeln kalt dusche, sehe ich im Rasierspiegel wie mein kleiner Schwanz mit seinem dicken Kopf noch immer zu viel verspricht. Er hat nichts zu tun mit Schmerz und Nägeln. Er ist für anderes zuständig. Der Schmerz im maroden Bad dieses Hotelzimmers ist ein anderer als der der Lust.
Manche von denen die nicht gehen sollten, werden nah bei mir gewesen sein. Die Starken haben keine Angst, wenn sie auf kurzen Wegen ins Zentrum eines schwarzen Lochs schauen. Denn meine Gier ist frei von allem, nur Gier. Sie kommt aus mir, da ist sonst nichts als sie. Fasziniert lassen sie mich aus meinem Zentrum feuern, bevor sie zügig gehen. Wortreiche Nachspiele ersparen sie sich. In meinem Falle. Sie sind grad stärkerem entkommen als meinen Worten, das langweilt schnell.
Und schlägt mich nieder, sind sie weg. Mit meinem Slip wischen sie sich mein Nichts von den Brüsten um lachend zu gehen. Immer wieder. Letztlich tötet einen die eigene Schwäche. Mich immer wieder. Seit ich von der Brücke sprang.
*
Ich muss hier nicht raus. Mir nicht das Gefühl geben, Teil einer weiteren, als meiner eigenen Welt zu sein. Es ist sowieso eine Täuschung. Auf dem Bett kann ich mir vorstellen, weisse Stöpsel im Ohr, mit Miles Davis und Sinatra durch die Stadt aus Regenlichtern zu laufen. Egal welche. Ich bin nur mir peinlich in meiner Allerweltssentimentalität.
Bewusst suche ich Strassen in die dunkel der Regen fällt, wo mehr Schatten als Licht ist, Strassen in denen man auch sterben kann, je nach Stadt. Es läuft das „Time after Time“ damals live in Montreal. Du hörst den Tod Trompete spielen. Volle Leben sind kurz. Das Hafenwasser schwappt mir entgegen. Lampen peitschen den Regen. Alles in rostrot. Schattig nur die starken Spinnenbeine der Krane. Ihre Schienen blinken, die Schatten wandern, der Hafen arbeitet. Doch nichts ist zu hören. Nur Miles ist überall. Ein dunkles Auto fährt vorbei. Ich sehe wie die Pfütze mich anspritzt. Die weissen Stöpsel sind längst aus den Ohren. Und doch höre ich nur Musik und gehe ihr nach, in den Hafen. Wände aus Containern führen mich in eine Stadt aus Stahl, rostigen Ecken und zerschabten Schriftzügen. Eine Stadt fertig zu Verschickung. In den leisen Stellen, wenn Miles in die Trompete stirbt, höre ich die Krane gleiten. Seilzüge stoppen klackend. Die Stadt steht nicht. Wie vier Greifvögel mit einer Kralle greifen die Krane in sie hinein und nehmen Häuser mit in den Regen. Der schaukelt mit ihren Lampen.
Irgendwo aus Gängen zwischen passageren Wolkenkratzern kommt meine Musik, lauter als das Getöse des Hafens. Und Licht. Viel Licht. Eine fast blitzartige Helligkeit zerschneidet die Spalte zwischen den gerippten Stahlwänden. Ich spüre, wo dieser Urknall stattfindet, doch folge einem Labyrinth, das anderen Absichten gehorcht. Die Stadt baut sich vor mir um und sich neue Wege, die mich in eckigen Runden um das Licht führen. Hinters Licht, von wo es gleich aussieht. Es hat kein vorn und hinten. Es ist einfach. Jetzt wo es weiss, von mir gesehen zu werden, öffnet es sich für mich und wird schwächer je näher ich komme. Eine Sonnenbrille brauche ich sonst nicht in meinem Zimmer aus Halblicht. Plötzlich öffnen die Krane Wege, Strassen, breite Avenues. Die Stadt geht auf in einem unwirklichen Weiss, dass mich mehr anzieht als blendet. Zu einem kleinen Platz zieht, Rockefeller Plaza aus zerkratztem Beton und Containerwänden. In dessen Mitte leuchtet weiss ein wollenes Laken. Ein dick weiches Lager, das in seinem Zentrum etwas so sanft auskleidet, das man den Sarg kaum erkennt. Doch weisser noch als diese Füllung, ist die Haut, die in ihr ruht. Marmorweisse Haut einer knabenhaften Frau. Hingestreckt auf ihr Totenlager. Scharf zeichnet schwarzes, kurzes geschnittenes Haar ein Gesicht aus dem strahlenden Nichts. Mit Kohle gemalte hohe Augenbrauen laden ein, auf geschlossene Lider zu schauen. Freundlich wie ein Kuss sieht mich dieses schlafende Gesicht an. Tot ist des Todes Braut nicht. Es ist ihr Kleid, das mir mit aller Heiterkeit ihr Leben zeigt. Es lacht mir ins Gesicht im Rot der Hingabe, wie es auf Lippen gehört. Tief sein Ausschnitt. Winzigkeiten von Brüsten heben an und werden von dem Rot verdeckt, das andeutet wie rosa ihre Spitzen da in den Hauch von Stoff ragen. Dieses Rosa lockt mich aus Perlen an, blinkt aus einer Kette, um einen schmalen Hals, dem man den Stolz Träger zu sein ansieht. Schwarze Schnüre grenzen schmale, tote Knabenarme ab.
Ein französisch geschriebenes Gedicht von einer Frau. Nur der Mund ein Misston in der feinen Melodie. Oder kein Ton. Die Leiche verriegelt ihren Mund in Fehlfarben. Ist er geheimer Zugang? Wozu? Zu der, die dieses Lager angerichtet hat? Oder sind es grafische Aspekte? Das könnte auch ein Fotoshooting sein. Zauberbilder. Irrealitäten. Erst dieser Mund macht dieses Lager zu einem magischen Ereignis, zum leuchtenden Rätsel. „I`ve got you under my skin“ glaube ich die Leiche leise singen zu hören. Die kleinen Hallen ihrer Lider bestätigen, was die Augenbrauen vorwegnahmen. Aufnehmende Augen in dunkler Gebrochenheit. Devot und fordernd in einem, mit Anflügen des Gelbs der Lüge. Doch unergründlich, letztlich. Tore in ein schwarzes Loch. Die Haut der Leiche lockt. Keinen Körper vorher wollte ich so wie diesen jetzt. Die wahren Perlen zum Blinken bringen. Doch ich weiss, die Frau fand ich nicht dafür. Ich vögel alles, seit ich tot bin, aber keine Leichen. Auch wenn sie das Beste ist, was mir bisher begegnete. Wenn ich dieses Stück sehr erwachsene Mädchen begehre, dann lebt sie. Ich liebe keine Leichen!
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Was haucht sie da? „Sing mit!“ Die Winzigkeiten berühren mich fest. Das ist nicht war. Dein Atem klingt nach Lust. Deine Lippen schmecken nach Gier. Warum greifen mir deine Finger so tief in den Hals? Was suchst du Schöne? Die ungiftige Seite des Apfels? Ich gurgele, würge eine Version von „My Way“. Lach mich nur aus! Das Spiel kenne ich und lege dir die Finger zurück in den Schoss unter das Kleid. Sollen sie dort wühlen. Du lebst und greifst zuerst in mich. Und weisst, dass man gestorben sein muss um zu leben. Am besten ein paar Mal. In der Ehe, in den Armen des Liebhabers, beim Therapeuten und dann wieder von vorn. Dazwischen funkt nur die Liebe und bringt die grössten Tode. Unheimlich frech wartet dein Gesicht auf meine Reaktion. Es weiss, dass ich mit der Liebe kämpfe. Hier fehlt nur noch ein Hauch warmer Wind aus den Bergen, der eine Magnolienblüte vom Baum fallen lässt um ein Kopfsteinpflaster zu zieren und ich verfalle, der, die so untot lebendig ist wie ich. Mein nächster Tod greift mir an die Hose. „Ich werde dich lieben wollen.“ Flüstere ich auf den Schrei beissend. Zungenschläge deuten an, was möglich ist. Die Brücken zwischen Welten sind geschlagen. Augen sagen: „Ja nimm diese Hölle! Nimm mich! Jetzt!“ Meine Gier hat wieder einen Namen: "Du!" „Das bleib ich auch.“ Sagst du zu mir. Ich höre plötzlich, wie du dann, wenn es soweit ist, und ich mal wieder auf einem Geländer stehe, mit dem selben Lächeln sagen wirst: „Nun spring schon.“ Alle freien Frauen sagen: „Nun spring schon!“ Du weisst mehr als ich. Und ich kann nicht wahrhaben, dass Liebe selten ist. Und kann ein zauberhaft verpacktes Paket Wunder für jeden Austausch haben. Und wie ich wünschte, mit einer Frau, die ich nicht endgültig haben kann. Überall kann ich ihn geben, den Parttimelover, doch nicht bei dieser Frau. Auch wenn wir dasselbe vom Leben wissen und es uns so sagen können, dass das dem anderen Freude macht zu lauschen, wenn unser Körper auch nur durstig, wenn schon nicht gierig sind, wenn wir zu viele „Wenn’s“ hören, wissen wir voneinander, das es Liebe gibt. Aber nicht mit uns. Solitude kommt wann sie will. Diese Schönheit hier, wird gehen wann sie will. Immer wieder. Wie heisst du? FREIHEIT
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