HomeSterben lernenDichte ProsaLyrikErzählungen
 


der narziss an der säule - erste version

töne mir ins ohr/geliebte/wenn ich nach deiner säule greif und flecke mach ins fleisch/das sie bedeckt und gerade hält/wie du dich aufrecht trägst/auf deinen krummen wegen/ins licht/ins licht/der letzte schatten in dir du/denn selbst der dunkle mann ist freund.

felle fallen/schalen platzen/du pellst dich aus dem ei/durchbrichst die schichten/der kokon kracht leise auf/die nächste neugeburt/erwächst dir schmerzhaft/ du sprengst dich selbst/reisst auf/und hältst dich für die schlange/die ihre alte haut verlässt/verwirren wird was an dir wuchs/es bleibt zurück/das werden deine spuren sein/dort folgt man dir/sieh du nach vorn/ins licht/ins licht/ denn was du dafür hältst

bin ich/gefunkel aus natürlichen facetten/KEIN SCHLIFF/nicht grob nicht fein/ein kern aus licht/mehr ist da nicht/erwarte hinter glaskulissen/nichts mehr
als das was ist/ein nichts aus licht/strahlendes/freundliches/ purzelbaumschlagendes nirvana/bekleidet mit reflexionen/stehe ich nackt vor dir/nichts zum anleuchten ausser du da

nur weil ich nichts bin/strahlend zwar/kann ich dir alle tiefen zeigen/in mir/ denn ich kenn angst vor nichts/ das macht dich auf/ die weite eines nichts aus licht eröffnet dich/lässt dich neu keimen/wachsen/früchte tragen/die fallen uns dann auf den kopf/auf nasenhöhe

du siehst in mir was ich vergass vor lauter brechung/machst du mich wahr/gibst mir den sinn/zurück aus dir/du wächst an mir/und ich durch dich/es gibt auch farben ausser weiss/ich weiss/ich weiss/das jetzt/wieder


Die Nacht ist so ruhig, wie sie zwischen zwei Wäldern im Sommer sein kann. Füchse kämpfen um ihr Revier oder eine Füchsin, die Grillen geben dem Drama das Continuo, der Kauz lacht sich eins über dem Getümmel.

Zwischen den zwei Wäldern stehen fünf Häuser. Eines der dunklen Fenster öffnet und eine schwache Frauenstimme ruft in die Nacht: „Jerry! Jerry! Komm Jerry! Komm!“ 

Sie lassen die Alte. Sie lassen sie da wohnen, wo sie schon immer wohnt, der Bauernhöfe sind längst umgebaut, Leute aus der Stadt leben ruhig und schick dort. Der Sohn blieb mit Familie im Elternhaus . Die Alte lassen sie, wo sie immer war, in der kleinen Wohnung unten. 

Sie lassen die Alte, wenn sie bei Tag in glühender Hitze immer wieder zu den Gastkühen auf der Wiese zwischen den Wäldern humpelt. Früher standen hier die eigenen. Sie lassen sie immer wieder Wasser in die Wanne lassen und den Salznapf prüfen. 

Sie lassen die Alte, wenn sie, sich mehr auf die Hacke stützend, im Gemüsegarten der Schwiegertochter zu schaffen macht. Nur wenn sie wieder vergessen hat, dass man in der Mittagsglut den Garten nicht sprengt, greifen sie ein. Massvoll. Freundlich. Ohne die Alte gäbe es das alles nicht.

Sie lassen die Alte abends ihre Runde drehen, den unnötigen Gang ob alles in Ordnung ist, zwischen den fünf Häusern und der Hühnerstall des Sohnes dicht. Es gibt Füchse hier, seit die Alte denken kann. 

Sie lassen die Alte reden, von früher, vom Hof, dem Vieh und Paul ihrem Mann, der seit zehn Jahren tot ist, wenn sie ihr Abendbrot am Tisch des Sohnes nimmt. Ab und an lädt man sie in eines der anderen vier Häuser ein. Auch dort lässt man sie das immer Gleiche erzählen. „Wir haben immer alles zusammen gemacht, hatten viel Arbeit, der Paul und ich. Nun ist er tot und meine Knie sind kaputt.“

Sie lassen die Alte nachts, wo ein gnädiger Gott sie wach sein lässt, damit sie sich nicht zu sehr zu ihrem Paul wünscht, der seit zehn Jahren neben ihr im grossen Bauernbett fehlt. 
Nacht für Nacht lassen sie die Alte nach der Katze rufen, die fortlief als Paul gestorben war.

„Jerry! Jerry! Komm Jerry! Komm!“ 



Ich habe gerade laut aufgelacht. Zwölf Ohren scheinen das nicht gehört zu haben oder sechs Köpfe ignorieren es.

Meinen hielt ich in den letzten Stunden mehrfach in den Händen.
Sass in einem Bett und rauchte vor mich hin. Auflachend unter Tränen.
Für Momente der einsame Wolf in der Stadt.
Doch ich bin nicht Al Pacino und das hier ist kein Film. Es ist ein Leben, mein Leben.
Den ausgeschalteten Fernseher vor mir, sinierte ich,
was mein Sein daraus macht.

Das Auflachen nahm ich mit aus der Nacht. Bin ich zu viel allein oder zu wenig? Oder bin ich zu zu?
Nackt sitze ich als Mann unter nackten Männern. Mit nichts als unserer Blösse zeigen wir unsere Grösse. Die Augen, aus denen wir uns lesen könnten, sieht man nicht bei diesem Licht.
Eine Frau betritt den heissen Raum.
Direkt, versteckt, verschämt, frech, fordernd, schüchtern, gar nicht - irgendwie sehen wir sie alle an.
Auf unseren Stirnen steht FICK MICH in Leuchtschrift, an einen Sonntagabend in der Sauna.
Das heisst soviel wie HILFE.
Wir wissen es nur nicht.





Die Frau aus Winterhimmel  

 

Es gibt ein Blau mit Gelb vermischt, das wird kein Grün. Es muss ein „kein Gelb“ sein, kaum mehr als ein gebrochenes Weiss, das den Himmel unwirklich vermilcht.

Die pastellenen Wolkenfetzen und Flugzeugspuren darüber sind aus ihm und schreiben mir:

KOMET- Speiseeis  auf blaue Leinwand.

 

Aus Sehnsucht zog ich in den Horizont. Dort laufe ich die letzten Meter vom Himmel in die Erde. Steil die Strasse, tief der See. Ich bin in diesem Blau und sehe auf sein Grün, von dem ich träume. Und bin nicht der Einzige, der weiss, wie nah hier Himmel und Erde, Himmel und Hölle beieinander liegen. Getrennt nur durch einen feinen Strich, auf dem wir gehen. Der Strich durch die Welt, gefüllt mit unendlich vielen Punkten. Die Frau aus dem Tempel läuft vor mir in den Himmel. Läuft, schwebt, schwenkt sich hoch. Kaum zu unterscheiden von ihm, sie trägt seine Farben. In Wolle umstrickt ein Leib der mich kurz vorm Übertritt erinnert, Mann zu sein.

Jünger gehen selten tailliert.

 

Die Sekte hatte bessere Zeiten. Sagt der Gemeindspräsident.

Je älter die Jünger werden, umso kleiner werden die grossen Autos. Sagt er auch. Und lacht laut in die Kellnersonne. Die sind ja nett, aber machen arm. Und lacht vorm leeren Schlüsselbrett seines Hotels. Aber sie machen keinen Krach. wenn sie Fliegen üben und  im Schneidersitz durchs alte Grandhotel hüpfen. Doch wenn sie es dann eines Nachts zu können glauben,  dann machen sie die Rosen und ihre Sprunggelenke kaputt.

 

Die mit dem Körper eines halben Cello ist jünger, doch trägt die Ferne der Anderen schon im Gesicht. Sie schaut nicht einfach so ins Milchblau, sie sieht wissend in den Himmel aus Pastell. Wissend wie man sein Teil wird  und durch die Wolken streift.

 

Sanft und dunkel lächelt sie mich zu sich, dahin, wo Yogis fliegen können.

Flieg mit mir auf den Berg gegenüber, dort wo der Jesus aus Zagreb die Mädels in den Himmel vögelt. Lass mich dort lernen, was an Dir zu lernen ist.  Nimm meinen Rosenkranz in die Hand. Flieg mit mir.



DAS SÜNFZEN DER WELT

 

Nach dem Prellbock kommt der See.

Schienen führen auf den Grund.

Im Zug LÄRMEN Spatzen

am Ätherleib des Elefanten vorbei.

Tage werden zu Müll in der Stille des stürmischen Hafens. Alle die vor dem lagen, den wir Zäsur nennen werden. Dem Tag der Tage, Treffen der dunklen Könige auf einer Insel aus Dreck. Gold, von Fuggern gehäuft, Patriziern geharkt und Walsern ge…

Ach hör doch auf und lass den See schlucken was zu schlucken ist. 

 

Gross und stark kommt dann was klein und fein im Bilde war. Ein kräftiger Engel, gefallen, Luzifer. ein glockenheller Alien, Goldmund. Ein Mann wie eine grosse Erektion, durch die Weiber gehend, bis hat was er sucht, Gäa, die Einzige in der er ganz verschwinden kann. Leben für den letzten Fick.

 

In ihren riesigen Labien, dem feucht blinkenden Rosa, das dunkler wird, näherst du Dich ihm, gründen wir die Akademie. Im Urschleim der uns warf und nimmt.

Zwischen Kommen und Gehen nisten wir in der Möse der Welt.

Göttern gleicht, was Blendwerk ist. Wir wissen das, was keiner weiss: Du bist Gott. Ja, das gilt immer. Gott ist das, was ich nicht bin. Immer Du. Immer Deiner.

 

Umzingelt der See von blinkendem Orange. Warnung vor dem Leben. Komm wir reiten den Wind und  werden was wir sind. Wie ein Pfeil jagen über kalte Wasser, wie eine Bombe fahren in das Haus der  Walser auf der anderen…

Ach lass den See schlucken was zu schlucken ist.  Und Hochmut kommt vor dem Hochhuth, kommt vor dem Fall. Die Hand am Schwanz tanz ich mich in den Tod. Doch nach dir und euch  anderen.

 

Während eine Wirtin sagt, sie würde Gott ficken, wenn sie jetzt Zeit für Dich hätte, wird klar, die Welt ist eine Kopie. Guido klingt wie Goebbels. Alle Radios in den See, die Welt wird von uns mit Schubert  beschallt. Die Messen, was sonst.

AGNUS DEI - wir fressen Schweinefleisch.

 

Gäas Töchter bringen die Wurst. Ein Schnitzel für die Unersättlichen. Der Himmel ist nah bei der schwäbischen Küche. Was ist ein Jungschwein, weiss  das Schwarzauge nicht. Durch diese Pupillen passt viel Welt. Auf diese frische Haut viele Küsse. Wächsern doch rot lebend, Brüste an denen du vergehen sollst bevor sie fallen. Der Engel zeigt ihr, wie man fällt, der Teufel weiss, auch sie wird sterben müssen um zu leben. Wie ein Mädchen läuft sie fort, rot die Backen, doch Schrecken im dunklen Leuchten, schrecken vor dem Tod den wir bringen und der sie leben lassen wird. Der Freund muss in den See, die Katzen hinterher.

 

Fragend zeigt sich der Engel und öffnet Herzen im Accord. Kellnerinnen, die, den Chef im Rücken, neben den Gästen sitzen und überlaufen von Dingen, die es bis eben nicht gab. Steppen willst Du? Stepp mir den Takt, wenn ich Deinen Tod singe. Lass deine Beine tanzen, wenn ich explodiere. Tanz so, wie ich schreie. Und schreie, wie ich auf dir tanze. Doch heule nicht, wenn es dem Engel reicht. Steppe deine Wut in den Bühnenboden, tanz dich in die Unterwelt, weine mit den Beinen und triff uns wieder in Gäas Löchern. Reite auf meiner Rakete durch sie.

 

Die Flaschen stehen auf dem Altar, im Tabernakel ein Single Malt. Lass uns die heilige Messe feiern. Ich füll dir den Kelch und stopf Dir das Maul mit Hostien. Für Momente ahnt die Welt, was auf sie zukommt. Sie lacht zu laut, sie spricht zu schnell und will mit Gier in ihren eignen Schlund, der wir sind.

 

Die Welt frisst sich selbst durch uns.

Gemästet stehen wir an albernen Gestanden und rülpsen ein Duett in Eimer.

Das Sünfzen der Welt.



Wir Metzgerssöhne

 

Alles kann der Mensch tun. Jeder. Jeder Mensch kann alles tun.

Jeder Mensch kann alles verdrängen. Jeder. Alles kann der Mensch verdrängen.  

Das macht uns so gefährlich.

Wir können vergessen,

getötet zu haben

und töten immer wieder.

Mit dem reinsten Gewissen.

 

Am Grad zwischen Himmel und Hölle, zwischen Sein und Wirklichkeit, auf der Naht durchs Land, die hier eine Fieberkurve und kein Tellerrand  ist, an diesem deformierten Horizont, auf dem ich wohne, erreicht mich eine Nachricht, erreicht mich Deine Nachricht. Trifft mich. Lässt mich kippen, stürzen von dem Strich auf dem ich ging, dem Seil das anderen die Sehnsucht ist, durch Dich hindurch, doch sei mir Boden. Denn weder Himmel noch Hölle nehmen mich auf, schliessen mich ein, weiten mich, lassen mich sterben. Nein, es sind deine Unwirklichkeiten, in die ich falle. Schön wäre die Ladung in einem Drogerieladen.

Haben sie Zeckenpinzetten? Doch der verspätete Versuch, dich mir aus dem Hirn zu drehen, würde meinen Gedankenbrei ausfliessen lassen, bis nur noch Regeln da sind. Gesetze aus dem Nichts. Gehalten wird die Götterspeise „Ich“ nur vom Netz der Beisskanäle in meinem Kopf. Du bist nicht die Erste.

Aber wenn ich nicht aufpasse, die Letzte.

Wo lande ich beim Fall in Dich? Die Pinzette brauche ich nicht und werde Dich aus mir quetschen müssen. So lange an deinen Löchern saugen, bis du ausser Dir bist und Platz für mich machst. Da wirst du schreien, das sag ich dir.

 

Zwischen zu viel und nichts bist Du. Wie wir alle. Lass uns auf diesem „Zu“ tanzen bis Asche unter unseren Sohlen stäubt. Wir sind nicht „zu“. Nichts lässt sich mit uns vergleichen. Ausser wir uns miteinander. Setz Dich auf mich, verhalte Dich nicht mehr. Nimm mich, bevor ich mich Dir geben kann.

Doch ich bin hier der Mann und Du zu holen. Wo bitte, finde ich Dich?

In der Pusztasosse? Im Brooklyngum? Die ganze Welt ist voll von dir, seit ich weiss, ich habe Dich, ohne Dich zu kriegen.

 

Haben sie einen Lappen, Frau Delon? Ich tropfe Ihnen hier die ganze Metzgerei voll. Ja ich brauche Fleisch, kein Hack. Was hängt denn da an Ihren Haken? Nein keine Kreuze bitte, ich mag nicht Kutten heben um zu leben. Ja Deutsch sein ist ein Schicksal, aber längst nicht mehr meines. Wissen Sie, Frau Delon, wenn ich lasse, es zu lassen, wie ich es gerne würde, stirbt sie an meinem ungelebten Leben. Frau Delon, na sie kennen das doch. Was war mit der Mutter ihres Enkels? Nico – Icon, tot am Strand. Die schöne Sängerin ohne Stimme, die erst ihre Schönheit sterben liess und dann sich. An einem Sonnenmorgen am Strand.

 

Ja, von der Zunge nehme ich, Frau Delon. Und fahr mir damit durch die trockenen Stellen. Hinter den Ohren und so, sie wissen schon. Ja, Blut braucht es  auch. Füllen sie mir ein paar Tropfen in diesen Eimer hier. Ich werde es ihr von allen Lippen lecken und in den See spucken, bis er braun ist, mein Traum vom grünen See.

Nur Tröpfchen braucht es für die Spiele. Leben soll sie, fröhlich, so wie sie jetzt an ihrem Haken vor den Fliesen zappelt. Rotbäckig, sprudelnd, warm. Wie sollen sich Ihre Schwämme füllen, wenn Sie blutleer ist? Und wenn sie zu wenig hat, dann gebe ich von mir.

Ich platze gleich.

 

Ja Frau Delon, eines Tages wird sie lieben, dass ich sie kenne. Und ich werde ihr schmecken. Ich Honig des Lebens aus Sperma, Blut und Tod, überall in ihr, an ihr, auf ihr. Mein Fleischgericht wird mich verzehren. Das gibt es nur in ihrem Geschäft, die Wurst die einen selber isst.

 

Bezahlen kann ich nur mit Gefühlen aus Nichts. Nichts was wir sind existiert. Sehen sie in den Taschen meiner Sehnsucht nach, die nackt an ihrem Haken hängt. Ich bezahle mit den Gefühlen, die meine Sehnsucht für mich hegt. Doch das tut sie, Frau Delon, sehen sie genau nach, sie finden sicher was. Sie MUSS erst hegen, was sie später abknallen wird.

 

Wenn es nicht reicht zum bezahlen, dann nehmen sie doch die Kreditkarte der nächsten Kundin. Ich brauche jetzt mein Fleisch! Es singt und schreibt für mich im Morgengrauen. Ich weiss das nicht und lache, liebe, schreie am falschen Ort. Den gibt es nur, weil es sie für mich nicht gibt. Tja Frau Delon, nicht so moralisch, sie hängt bei ihnen am Metzgerhaken statt an mir. Wenn sie den Morgen anheult, sitze ich in einem fremden Wintergarten, der mir gehört, erschöpft von einer fremden Frau, die mir auch gehört und paffe Nebel in das Glashaus und fühle mich so stark, so frisch geschwächt. Sang da wer im Innenhof?

Frau Delon, wenn ich ein  fremdes Universum ficke, ist sie die Uhr die knallt. 

Und sie weiss das, sehen sie nur, wie lustig sie da zappelt und sich an den altweissen Kacheln abstösst. Wir sind gezwungen mehr zu glauben als wir sehen oder aber sehen wir mehr als wir glauben können. Wer weiss das schon? Das was ist, ist zu wenig. Schon einzeln sind wir mehr. Einzeln sind wir mehr als zwei? Das kann sein, denn ab der vierten Dimension ist man sich nah befremdet.

 

Und Zeiten, Frau Delon? Wie sieht es aus mit frischen Zeiten? Mit besseren? Wenn`s geht am Stück. Am Besten gerade im Block. Ja, ich brauche viel davon, um aus diesem Nichts noch weniger zu machen. Tage, an denen nicht zu unterscheiden ist,

 

WERsingt, WERliest, WERtanzt, WERspricht, WERweint, WERschreit, WERstirbt

                                                     WERweiss

 

Und reite alle Pferde, die sie ist, in alle Himmel gleichzeitig. Darum packen sie viel Zeit in die Tüte. Denn sie ist alle Richtungen und ich muss gleichzeitig überall  hin. Sie Metzgersfrau werden das verstehen. Aus Zeit mach ich die Strahlen, die nach überall hin von ihr weisen. Aus ihrer Zeit Frau Delon, mache ich sie zur Sonne.

 

Das gibt eine Sauerei! Sind sie froh, Frau Delon, dass ihr Sohn ein alter Mann geworden ist. Die Wäsche, ich sage Ihnen. Stellen sie sich vor, mein kleinster Nukleus schmilzt in dieser Sonne, auf deren Strahlen ich überall hin, nur nicht fort komme. Kernfusion des Blutes aus Eis. Wie die letzten zwei Minuten Time after Time Live mit Miles. Der stille Untergang der Welt. Einer Welt. Meiner? Ihrer? Das ist noch nicht entschieden. 

 

Denn sie mag mich nicht. Und das ist gut, Frau Delon. Sie soll mich lieben oder hassen, niemals mögen. Das ist der Killer. Sie, deren Schizophrenie vor mir klafft wie eine nasse Vulva, soll mich um ihren Tod nicht mögen, wenn ich fülle was offen scheint.

 

Und weil alles gut kam, ist Heiner auch mit da. Der ist immer bei mir und da wo ich bin kommt immer alles gut. Auch der Tod kann ja Erlösung sein. Also Heiner sagt:

 

NOCH MEINE ASCHE WIRD NACH DIR SCHREIN

 

Vielleicht ja auch nur die, denn aus dem Rahmen können wir nicht fallen. Fassen kann uns längst keiner mehr. Nicht mal wir uns selbst.

 

Also Frau Delon, danke für das Gespräch, sie können das Hörgerät nun wieder anschalten, ich bin fertig. Ja, geben sie sie mir ganz mit, ich mache sie zu Hause klein.

Und grüssen sie ihren Sohn von mir. Er kennt mich nicht, aber seinem Coiffeur habe ich schon mal ein paar in die Fresse gehauen. DAS verbindet. 

 

 
Top