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wenn
du weit weg bist
mir deinen schuhschrank zeigst
purzelt dein lachen
neben mich

dann
naht sie mir
und ich hab ein gewehr im mund

bist du gemein
ist sie es auch

ALL DIE JAHRE

war sie es nicht
wirst du es sein

doch
sie ist fort
und ich rieche nach waffenöl

wenn
du ganz nah bist
mir keinen schuhschrank zeigst
purzel ich lachend
über dich


du standst
in meinem
lärm und licht
so sah ich
deine strahlen nicht

und liebte
deine
dunkelheit
den starken sog
in alle zeit

wir trieben uns
durch
nächterunden
ich brannte dich
und war verschwunden

in einem
schmelzpunkt
tief in dir
du schwarzes loch
schluckst licht aus mir

und speist es
aus
an fremdem ort
du bist nicht hier
und ich nie dort

nun brennst du
loch
ich sonne frier
irgendwas ist
nicht richtig hier

mein tod
in dir
kaltes verglühen
mein staub wird stern
zum weiter ziehen.


komm nimm mich mit im handgepäck
auf deine grossen reisen
komm lass mich zwischen underwear
die ganze welt umkreisen

falt mich zusamm in aller früh
verstau mich in den taschen
und hast du appetit auf mich
ein griff und du kannst naschen

und hol mich raus wenn du was siehst
und zeig mir deine orte
zeig mir die welt so wie sie ist
du weisst ich hab nur worte

und abends dann wenn`s einsam wird
in all den fremden zimmern
dann wirst du dich - ich warte drauf-
bestimmt an mich erinnern

dann pack mich aus und blas mich auf
entfalte mich zur grösse
dann lass mich wachsen lass mich schrein
allein an deiner blösse

die nacht die ist dann unser ort
dort werden wir uns sehen
im kämpfend ineinander sein
den sinn des trips verstehen


du suchst am firmament
das ohne wolken hält
an weissen nägeln
im sternenmüll
nach mir

du sahst mal einen stern
in den grünen see stürzen
und folgtest seiner spur zurück
seine zeit war vergangen
woher er kam

deine sehnsucht sind die streifen
die der komet in die nacht schreibt
wenn er durch den himmel rast
deine sehnsucht bin ich
und komme auf dich zu
mit einer kraft die du nicht ahnst

dein schwerefeld wirkt
und zieht mich an
zieht mich so lang
bis ich als meteor mitten in dich schlage
du die erde ich das licht

kein stein bleibt auf dem anderen
bei dir
wenn die feuer erloschen
der rauch verzogen
liege ich am grunde deines kraters
vermischt mit deinem staub
tod und glücklich

äonen später
wenn deine atome sortiert
du wieder geordnet bist
finde ich mich in einer
deiner inneren schubladen wieder
als kleiner kalter stein
schwarz silbrig glänzend
magnetisch in der nähe deiner seele

dort wo dein herz brennt
bis die schublade lodert
ich heraus falle in dir
zu sand gerieben
zu glas geschmolzen werde
bleiglas in dir

uns wirst du zur schüssel brennen
zum gefäss das wir sind
wenn die dann bricht
wir durch ihre scherben laufen
um mit blutenden sohlen
allein nach hause zu gehen
dann werde ich wissen
wann sie ihren haarriss bekam

JETZT


In manchen Nächten
Treffe ich mich
Im Anderen
Der sich selbst verlässt
Um zu mir zu kommen.

Während wir uns tauschen
Spielen die Hüllen
Bis es schreit und spritzt.


Manchen Nächten
scheint kein Tag mehr folgen zu können

EIN WÄLZEN IM GRAB DER GEFÜHLE

Aus dem die Idee steigt
Narben könnten die Erinnerung der Wunden sein
was ich erinnern muss
kann ich auch vergessen

Narben ziehen nur manchmal
und zeigen Wetter an
Wunden reissen einen aus dem Schlaf
und sind ein Bild der Klinge
die sie schlug


in manchen nächten
endet der wahsinn
tauscht sich nichts
bleiben hüllen müde
nebeneinander hüllen
halten sich
die schlafenden
für einen tag der kommt


In manchen Nächten
Lausche ich
Dir und Deinem grossen
Atem
Von dem ich weiss
Wie er klingt
Und uns Steine erweicht
Wenn deine Finger
Mit ihm
In einer Flöte spielen


In manchen Nächten
Erwachen wir
Ohne
Ineinander zu fallen
Lagere ich meinen Kopf
In deinem Schoss
Erzählst du mir
Woher du
In diese Nächte
Kommst
Warum du schlaflos
Leben willst
Mit mir
Küsse ich die weichen
Seiten
Deiner Schenkel
Innen
Feiere deine Säulen
Und hör Dir einfach zu
Woraus
Diese Nächte werden
Die uns die Tage
Müde machen


URSCHREI

In manchen Nächten
Willst du mich
Nimmst du mich
Lässt du mich
In dir

Gibst dich mir
Mit
Deinem Rhythmus
Deinem Wollen
Deiner Gier

Geb ich Dir
Meinen
URSCHREI
In die Kissen


Alles was Du
Spielend
Grundierend
Verzierend
In die Welt
Bläst
Und uns
Hinter sie
Kommt aus dir
Hast du
Irgendwann
Gefressen
Sagst du

Nie bist du
So du
Weisst
Du nicht
Wie dir geschieht


leuchte in die nacht um dich
machst du uns licht
siehst du dann hell

und gib dich preis
vor den versteckten
erzählst du dich
wirst du hell hören

folg dann den spuren
die du spürst
und triff uns da
wo du sie findest

in uns
den alten reduits

du siehst
du hörst
du spürst
durch uns
auch dich

atmest
INSPIRATION
und machst aus luft
MUSIK


Formen ändern
Kerne bleiben
Kerne
Der Veränderung
Bleiben sie nur
Verändert

Ich bin das ich bin
Ich bin das Jetzt
Egal
Ob ich dein
Gestern war
Und
Morgen werde
Nimm das Jetzt
Jetzt
Nimm mich
Den Moment
Leben
Zeit
Ist der Rest


Ist Musik
Nichts
Wie das Nichts
Und alles
Wie das Nichts
Und mehr
Als Alles
Und
Nichts
Kennt sie ein
Wahres Mass
Sowenig wie die
Zeit


Komm tanz mich tot
Tanz mich, Tod
Komm wirbel mich
Komm lass mich springen
Bis mir die Luft
Wegbleibt
Vor lauter Luft
Da oben
Unter mir

Komm nimm du mich
Komm nimm nur du mich
Doch nimm mich
Bitte nimm mich
Zu dir
In meine Höhen
Hinauf
In dein Licht
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich, Tod
Doch tanz mich
Bis dahin
Und über die
Tanz mich tot über diese
Die sind

Und lass sie ihre Bretter
Täglich sich an die Stirnen nageln
Bis Blut tropft und sie lecken
Oder Wurst draus machen
ICH bin ICH
Denn ich trag rot was du grün hast
Ich erfinde mich neu
Ich erfinde den Roman neu
Ich erfinde die Musik neu
Ich verstehe selbst nicht was ich spiele
Es ist nicht schön aber neu
Alles muss neu sein immer neu immer neu immer neu immer
NEU
Alles neu
Und alle Ihr versteht mich nicht
Denn nur ICH bin ICH bin neu immer neu immer neu immer neu
IMMER
Bin ich schuld
Schild mein Schild bin ich
MIR MIR MIR
Tag für Tag neu blutend aus der Stirn
Und nicht aus den Händen wie Jesu

Komm tanz mich, Tod
Tanz mich tot
Von denen weg
Die zwischen den Planken
Ihrer Renten und Versicherungen
Vergessen wofür sie sich versicherten

Komm tanz mich tot, Tod
Tanz mich weg über diese
Scheissehaufen aus Angst
Die nicht wissen, das wir leben
Um zu fliegen
Um zu tanzen
Um zu sterben
Komm tanz mich, Tod
Komm tanz mich tot
Komm tanz mich



Wer mal gesehen
Hat
Wohin und wie
Pieter Wispelwey
An manchen Stellen
Schaut
An denen er das Cello
Zu schlagen scheint
Und doch spielt
Wie keiner
Wohl
Der weiss
Woher er
ES
Nimmt


Was Wispelwey
Rechts oben
Findet
Holst du aus
Einem Schnittpunkt
Eine Länge
Vor Dir aus dem Raum

Ob ihr es selbst
Seid oder Gott
Bleibt Gleichgültig
Und keine Blasphemie
Wir sind von Gott
Hört man von euch
Und sieht
Wo ihr ihn trefft


Und dreimal
Den selben Berg
Und dreimal
Das selbe Solo
Schon
Ron Wood
Nicht Mick Taylor
1977
Es läuft mich
Schneller als ich kann
Knapp sehe ich
Wie die Sonne
Eine Wolke
Reisst
Sterbe ich jetzt
Werde ich Gott gesehen
Und gehört haben


Als ich
Wispelwey hörte
Glaubte ich
So klingt
Gott
Und liebte ihn
Sofort

Jetzt hörte ich
Einen anderen
Gott
durch sich hindurch
Spielen

Und wusste
Dass Wispelwey
Das Gegenteil
Von Gott
Ist
Und liebte ihn
Noch mehr


Du probst ein Stück
Mit diesem schönen Titel
Und erlebe
Wie aus tasten
Vorsichtigem durchspielen
Drehen am Metronom
Ein Rhythmus wächst
Der klingt wie Wut
Wie deine Wut

Töne einer netten Melodei entnommen
Plötzlich in den Raum gespuckt werden
Wie eine zukünftige
Raserei entsteht
Wie schnell zwei Töne
Oben und störend
Gespielt werden müssen
Die aus dem Getändel
Ein Teufelsstück machen

The godfather of this church is always there
In this room too
Now
Behind you
Writing
On his notebook


Windstill
Reisst mir die hohe Sonne
Das Hemd vom Leib
Muss ich mir die Luft holen
Bleiben die Füsse schwer
In Winterstiefeln stecken

Selbst der Wind wird still
Wenn du deinen
Durch eine Flöte bläst


Ich werde Dich
Am Sonntag spielen
Hören
Bin Beschäftigt
Auch um dir den Raum
Zu geben
In dem du sein musst
Um so zu klingen
Wie du klingst

Ich werde dich
Am Sonntag spielen hören
Entschädigt für alle
Siege dieser Woche
Getröstet um unser
Gross sein
So Allein

Wir leben gut grad.
Schwer.


Wenn zwei junge
Erwachsene Frauen
Deren Profession es ist
Ihrer Hörer auf Wolken
Mitzunehmen
Auf denen sie dann
Mit den Seelen baumelnd
Über den Lac Leman fahren können

Sich treffen
Gibt es erst ein Gelächter und Geschwätz
Bevor sie ganz plötzlich
Sehr ernst werden
Die Pulte gerichtet sind
Die Noten richtig aufliegen
Und sie dann
Sich bleibend andere werden
Ihre "Debuts" proben

Und immer wieder Lachen dazwischen

Sehr ernst heiter
Und schwer leicht
Mit aller Mühe
Nehmen sie uns die Schwere
Leicht für Wolken
Die pausbäckig
Wie Barockengel sind


Engel sind ganz bei sich
Am Boden
Bevor sie
Abheben
Uns Mitzunehmen
Auf die rasenden Wolken
Über dem Leben


Nicht alle Wolken
Sind hoch und licht
Und schnell

Manche fahren tief
Und Dunkel
Langsam und Traurig
Übers Land
Trotzdem
Über uns

Doch auch
Heiterkeit
Ensteht
Wenn Engel
Zwischen zwei tiefen Wolken
Hüpfen


Dein Atem
Füllt Kathedralen
Und Seelen
Wie auch manchmal
Nur mein Ohr
Und mich

AN DER GRENZE

Habe ich dich schon spielen
Und Atmen hören
Am Rand des Sein
Auch an den Enden der Kraft
Bist du sehr wahr

Auch Engel sind nur Menschen
Wie Gott


Für Sophie


Ich kenn dich
Nicht
Doch sah Dich
Lachen

Und sprech
Die schöne Sprache
Nicht
Die aus dir
Sprudelt

Und lache
Sprudelnd
Weg von dir
Und kenne dich
Und nehm dich mit

Du bist von uns
Den Lachenden
Denn du
Steckst an

Und ich verstehe
Deine Freundin
Meine Frau
Mal wieder sehr


Für Sophie


Ich kenne Dich
Noch immer kaum
Doch hörte
Bach von Dir
Und sah
Auf welchem Ernst
Sie steht
Die glockenhelle
Heiterkeit


Dein Mund deutet nur an
Dass er lachen kann
Hochkonzentriert
Fügst du Musik
Ganz bei Dir
Und Bach
Und Gott


Manche Konzerte
Sind wie Läufe
Um die Wette
Oder Wetten
Um die Läufe

Musikalische Sportveranstaltungen
Kennen keine Sieger
Aber ich habe
Dich kämpfen sehen
Eine Amazone der Musik

Göttlich spielen
Heisst nicht
Göttlich sein

Doch wer göttlich ist
Spielt immer göttlich
Man sah dich arbeiten


Tanzen ist träumen mit den Beinen"
Herwig Mitteregger


Für S.L.

Nie sah ich eine
Mit hohem Knie
(Wie alle aus den Achtzigern)
Vor mir und einer Wand
Aus Ihren Kargohosen fliegen
Wie dich

Nie sah ich eine
Tanzen
So gewaltig leicht
Expressiv und doch nach Innen
Und nur dahin
Völlig bei Dir
Selbst wenn wir uns
Umgurrten
Oder ich dich

Nie sah ich eine
So sehr für sich
Für alle tanzen
Nie sah ich eine
So sehr für mich
Für alle tanzen
Und wusste doch
Das schien nur so
Doch nicht nur mir

Dandy nanntest du mich
In dieser Nacht
Nur weil meine Schuhe
Aus Italien sind
Und man das sieht

Verzeih den Rest


Nach guter Musik
Bleiben die Leute
Wollen nicht gehen
Aus der Stimmung


Wer kein Instrument
Kann
Hat auch nie gelernt
Im Ensemble
Zu spielen


Während ich
Den jungen
Jovanotti
Erinnere
Lehrst du mich
Den alten
Händel
Neu


Vor der Anmut
Kommt die Mühe
Es riecht nach
Schweiss und Fleiss
Den es braucht
Vor dem Preis
Doch sieh den Weg
Hinter den Studenten
Und hör den
Der vor ihnen liegt


in einer wand
aus wolkenstürzen
in einem tag
der keiner ist
endet die brugg
im nichts

hier springe ich
gewöhnlich
in den tod
will sterben
um zu leben
und stehe immer wieder
auf ihrem sims
aus altem stahl

halt mich
lass mich
leben
das alte spiel
die balance
wenn keine hält
in ihrer mitte


darüber gehe ich
hinweg
überwinde ihre mitte
endlich
die ewige
den reiz der aare
der grünen
die heute grau
wie rotze ist

die nebel decken mich
mein weitergehen

zu einem haus
das dunkel in den regen weint
bassflötentöne sendet
totenlieder aus einem leib
gestossen
die stadt vergeht
im himmel.

bleibt nur der leib
der lebt.
der solche töne kann.
der bleibt.
der leib.
der lebt.
mir.
auch.
auch mir.
mir auch.


ich halte dich
mit beiden armen
drücke dich
mit mir
zu dir
stosse dich
in das meer
das du bist
auf das du
tauchst
dich frei
schwimmst
von mir
mich packst
und ziehst
zu dir
in dich
in das meer
das du bist


erst tiefe sonne
gibt lange schatten
vergrössert
die welt
bis sie reicht
für meine stimmung


mein brandschutzengel (eine schönheit mit c-rohr!)




mein engel kommt
nicht mit mit mir
sieht er mein jagen
hinter ihr

kopfschüttelnd
folgt er mir um ecken
aus vereisten
brandschutzdecken

*

flügelringend
lässt er zu
wie ich prospekte schiebe
und brenne rasch
ist da ein du
das ich auch wirklich liebe


um das zu stoppen
ist er da
hält mich wenn ich mich zeige
ruft FEUER!
in mein tralala
bevor ich mich verneige

**

mit asbestflügeln
schlägt er mir
die schönen flammen tot
die brandaxt hackt kulissen klein
es splittern requisiten
fällt ascheregen über dir
sieht er auch deine not
und wird mein feuer zügeln


es stürzt nun
mein theater ein
vor dir vor der es brannte
du nimmst das kehrblech
in die hand
fegst mich in einen tag hinein
den ich vor dir nicht kannte
und wirst das rechte tun


zu mir
dein drängen
zu mir!
zu mir!
mein rufen
nach dir


falle brücken
komm zu dir
stürz zu mir
lass zurück
wage neu
wege neu
bei mir
mit mir

zu mir
oder
zu dir
wohin
fallen
wir?

sterben
ist allein
wie sonst
nichts
nichts
ist sonst
wie allein
sterben

der [zumir]
fängt
mich auf
fliegt von dir
zu mir
zu mir
zurück


immer
wieder leben
wieder
sterben lernen

gefühle
träume
ängste
uns
sterben lassen
für neue
die keinen platz
mehr haben
in uns
dem muster
(du alte tapete
mit kullern
rot wie das blut
der arbeiterklasse)

statt in die aare
springen wir mutig
in unseren schmerz
lassen los
doch nicht nur uns

den anderen loslassen
fallen lassen
von der brücke
in den schmerz
damit er aus den mustern fällt

sterben lernen
ist
sterben lassen lernen
wie uns selbst
müssen wir
andere sterben lassen
TÖTEN
für ihr glück

wahrhaftig ist
brutal


und aus der säule gehst du
ganz selbstverständlich
wie gott
aus dir in richtungen
gleichzeitig
schizophren
wie gott
auf deine ziele zu
die sehen dich kommen
und
gehen
in einem
und verbrennen
ehe du ankommst
und gegangen bist

asche wird dir bleiben
die asche einer alten
und die asche einer neuen
liebe
du tötest grad
(du weisst schon was du tust, nur das halt nicht)


du sagst
du wächst schmerzhaft
jeder mensch tut das
doch wenige so intensiv wie du
schmerzen haben viele
wachsen tun die wenigsten
daran

dir springen nicht nur häute
fallen nicht nur die hüllen
mit denen du dich selbst
vor dir verbargst
um unsichtbar zu sein
als das was du nicht bist

das was die welt will
bist nicht du
das was du wolltest
kam ihr entgegen
nicht dir
neue stufe nun

DU BIST DRAN

du reisst dich nicht nur auf
es gibt gar keine grenze mehr
zum aussen
da platzt mehr als die hülle
spritzt blut
fleisch lockt nicht rosig
nein blutig offen
die wunden
die du dir schlägst
alles von dir drängt raus
innerstes liegt blank
jeder blick der anderen
ein messerstich
du bist so nackt wie irgendwas

wer kann schon langsam
explodieren?
du tust es
dich windend wie ein wurm
das elend eines lebens
aus den augen lassend
lernst du mehr als sterben
du folterst dich
für deine wahrheit

und bist so sicher
zu überleben
denn was da wächst
strahlt schon wie
warmer marmor
aus dir
die SEELENSÄULE

du wächst schmerzhaft
und alle wachsen mit
schmerzhaft
du folterst dich
und folterst alle mit
es ist ein schreien hier


Fremdes Wollen
Legt Zangen
Um meinen Kopf
Die Zeit
Dreht an den
Schrauben

Dein Wollen
Lehrt mich
Jugend
Sinn
Hast du
Noch
Ich
Wieder
Greif ich Dir
Ins Fleisch
Mit Gier

Mein Wollen
Lässt mir das Herz
In eine Zukunft
Stolpern
Die gar nicht nötig
Ist

Bleiben im Gehen
Gehen im Bleiben
Selbst meine Tode
Laufen
Ab


Ich liebte dich
Schon vor dem Urknall
Und werde es
Auch nach ihm tun
Der Zeitengründer
Bist Du
Selbst

Und liebte dich
Vor aller Zeit
Und werde es
In allen tun
Du Bist
Die Zeitenschleife
Selbst

Dich liebte ich
Bis zu dem Gestern
Und werde es
Auch morgen tun
Du Selbst
Bist Zeitenwende
Dir

Was ist mit heute
Fragst du lachend
Und ich sag dir
Das weiss ich
Nicht

Wer lieben will
Muss lassen
Lernen
Wie sterben
Auch


Honigfarben schwappt Licht
Von den Holzwänden
Des Kindergartens
Auf die novemberdunkle Strasse

Die Kinder sind längst daheim
Nur die junge Erzieherin
Sitzt tief gebeugt
Und schreibt mit schwarzem Stift

Vielleicht den Plan für Morgen
Wenn das Leben wieder tobt
Die Sonne scheint
Und die Kinder wieder da sind


Honigfarben schwappt Licht
Von den Wänden
Des Kindergartens
Auf die novemberdunkle Strasse

Aus grossen Kugeln
Strahlt Weiss
Stumpf
Holz und Zeichnungen warm
Lässt den Raum
Zum Hort werden

Heute sind die kleinen
Sonnen da
Die junge Erzieherin
Spielt
Mit ihnen ein Spiel
Gellend lacht die Zukunft
In den nassen Nachmittag

Ein Haus weiter
Steht ein Lehrer an der Tafel
Klappt Hypotenusen auf
Zum Pythagoras
Das Licht aus Neon
Hart
Dass der Asphalt Schatten wirft

Die älteren Kinder
Sind der Zukunft
Einen Schritt näher
Und haben schon
Ein bisschen weniger
Davon

Wieviel
Hab
Ich
?


Ich möchte schlafen
Wie ein Schwan
Den Kopf
Auf meinen
Flügeln lagern
Schwimmend

Und schlafe
Wie ein Liebender
Den Kopf auf deinem
Rücken lagernd
Schweben


Du hast mein Glas zerscherben lassen
Mit einem Blick und deinem Sein
Du konntest nach dem Kerne fassen
Und schmolzest mir die Spiegel ein

Mit heisser Hand lässt du mich leuchten
Verbrennst Kulissen im Akkord
Die meine Wahrheit nur verseuchten
Das führt zu einem Massenmord

Es sterben mir die grossen Lügen
Von meinem Ich von meinem Sein
Dich kann ich nicht mit Schein betrügen
Du läufst schnurstracks im mich hinein

Dort raucht der Haufen der ich war
Du stehst in meinen Trümmern
Dein Atem macht die Luft mir klar
Du wirst Dich um mich kümmern

Ganz nackt steh ich nun in der Welt
Und wollte mich wohl schämen
Du sagst wie sehr dir das gefällt
Ich soll mich doch nicht grämen

Du hast so Recht seh ich mich an
Nehm Tücher von dem Spiegel
Und wie ich wärmend strahlen kann
Du brachst die kalten Siegel

Du liebst nicht was ich wollte sein
Du liebst nicht meine Bilder
Mein Innerstes das fuhr Dir ein
Sahst hinter meine Schilder

Ich bin nun wahr wie nie zuvor
Durch dich und deinen Willen
Den bläst du mir dann heiss ins Ohr
Komm her! Ich werd ihn stillen!


wann
mein atem
meine haut
wann
mein griff

dich entzünden
zu mir treiben
um im reiben
lust zu finden
kann


weiss
ich
nicht

*

wie
mein wort
meine wärme
meine kraft
wirkt

weiss ich nicht
und streite jede nacht
vorm blutgericht
um meine macht

**

dass
ich im sturm
schwer auf dir liege
dich mit zangen in den kissen halte
wird sein wo du bist

egal wir wissen nicht warum
und werden auch nicht denken
die liebe funktioniert auch dumm
man muss sich nur verschenken

so
sollen wir uns immer treffen.
vertraut
genug um einander
fremd zu sein.


Trauriges Telefon

Traurig hört das Telefon
Wortlos mit an
Wie zwei
Die sich nichts mehr
Zu sagen haben
Nichts mehr sagen

Sie hatten alles geredet
In ihrer Zeit
Sich ausgebreitet
Voreinander
Ohne sich zeigen zu können

Heisse Ohren hatte
Es ihnen gemacht
In Nächten
In denen sie sich
Die Einsamkeit
Mit sich
Und der Ausschmückung
Ihres Selbst
Vertrieben

Gleichmütig hatte das Telefon
Hingenommen
Das sie für Liebe hielten
Was überdehnte Gespräche waren
Selbstdarstellungen in das Dunkel
Der Leitungen gesprochen
In die Nacht aus Strom
Es hatte seinen Akku ausgeblutet
Wenn sie Stunden verredeten
Um nicht zu schweigen

Angestrengt musste es
Die Phase überstehen
Als beide um sich
Kämpften
Nicht wahr haben wollten
Was wahr war
Sie kämpfte um ihn
Und er um sich

Neutral nahm es
Die anderen Nummern
Am Display hin
Dass er längst
Mit anderen sprach
Kurz, tief, heiss
Ein Vulkanloch plötzlich
Die Muschel
Glühende Steine jedes Wort
Lava quoll aus seinem Hörer

Traurig hörte das Telefon zu
Wie er ihr erklärte
Nun sei da Liebe
Doch nicht für sie
Traurig hörte es Seine Lüge
In ihm war immer Liebe
Gewesen
Doch nicht für sie

Wer andere lieben will
Liebe zuerst sich selbst
Weiss heute jeder
Der was weiss
Nur reicht das eben
Nicht


Es gibt Zeiten da können Reime
Nicht sagen was da wahr
Es spriessen ihnen Keime
Einer Lügenschaar

Die Rhythmen sind sich eigen
Leben ihr Leben selbst
Tanzen mit dir Reigen
Bis du dir dann gefällst

Du sagst nun was sie wollen
Folgst ihrer Melodei
Sprichst nicht von deinen Stollen
Der inneren Tyrannei

Es tanzen deine Nöte
Dann fröhlich übers Blatt
Das war schon so bei Goehte
Du wirst von Schönheit satt

So bleiben deine Sichte
Verborgen tief in Dir
Du stehst so stolz im Lichte
und bleibst alleine hier.

Denn keiner wird erfahren
Was wirklich mit dir ist
Und du vergisst nach Jahren
Warum du Dichter bist.


Schicksal
Mein Wort für uns
Seit ich dich sah

Schutz
In vielen Momenten
Mit anderen Paar sein

Zuwendung
Mehr sagend als sprechend
Zu spüren am Tisch

Blicke
Verfangen sich nicht
Wir sind vorsichtig

Konsequenzen
Ziehen wir beide
Doch nicht wegen uns

Liebe
War durchaus
Durchaus wieder eine

Möglichkeit
In uns
Nicht für uns

Freiheit
Hatten wir nur
Nur Freiheit Für das

Schicksal


Die Berge kommen näher
Der Föhn macht ein Geflimmer
Wir sind die sichren Späher
Aus unsrem Liebeszimmer

Die tiefen Wolken eilen
Über den hellen Himmel
Und Segelschiffe peilen
Am Ufer das Gewimmel

Sie suchen Schutz am Lande
Wo die Passanten wandeln
Und dunkle Herrn am Strande
Heisse Maroni handeln

Der Sturm schlägt in den Fahnen
Und treibt uns an beim Lieben
Aus Fernen naht ein Ahnen
Wir lassen uns den Trieben

Am Andern unser Rasen
Mit Segeln voller Wind
Der wird uns rüber blasen
Bis wir in Evian sind


Halt mich still wach
In einer Welt
Deren Lärm
Mich so müd macht


Noch liebeswarm
Bestellen wir den Fisch
Fallen uns in die Augen
Gönnen uns nachher ein Glace
Wie alle hier
Erzählen wir uns fliessend warm
Aufgehoben unter Anderen
In einen Moment von Heimat


rocken wollte ich dich
und wurde gerockt von dir
solltest vergehen an mir
zurecht geklopft hast du mich

kein stein blieb in der mauer
sie rollten schwer zu boden
zerquetschten mir die hoden
da schrie ich ohne trauer

die seelen lagen offen
die wesen atmen freier
mir wuchsen neue eier
und es begann ein hoffen

der mann der dich dann rockte
ist nicht der der das wollte
du wecktest den der sollte
und versteckt in mir hockte

nun nehmen wir die steine
und wollen nicht mehr warten
baun einen kindergarten
für deine und für meine


leuchte in die nacht um dich
machst du uns licht
siehst du dann hell

und gib dich preis
vor den versteckten
erzählst du dich
wirst du hell hören

folg dann den spuren
die du spürst
und triff uns da
wo du sie findest

in uns
den alten reduits

du siehst
du hörst
du spürst
durch uns
auch dich

atmest
INSPIRATION
und machst aus luft
MUSIK


du sagst
du siehst
ein ziel
im fernen.

seh ich
das auch
sind wir
fast da.

und dürfen
näher nie
kommen.

*

ein ziel
ist nicht
das heut.
lern ich
staunend
von der liebe.

wir sind
am ziel
wenn wir
es nie
erreichen
schiessen wir
wachsend
darüber hinaus.

das ziel
ist das heute.
staun ich
lernend
vor der liebe.

**

du bist mehr
als ich kannte.
das
ja und nein.
schwester
in eins nun
die hände
die meine
dimensionen
rocken.

wilde`s horses.


was liebe möglich macht
ihre tore aufreisst
sie fluten lässt
und unsere
staustufen
leert

was liebe erhält
uns hebt
aus wassern
und erweitert
um flügel
was uns
die fische
verlassen lässt
die wir nie
waren

das
und
nur
das
lässt welten
uns entgegen
stürzen
verbrennt die flügel
wie stroh

das
und
nur
das
lässt
uns riesen
implodieren
bis zum nächsten
urknall

das
und
nur
das
macht sie
so brutal
am ende

das
und
nur
das
ist die

ILLUSION


der wind im geäst
verwurzelt
sich
zu halt
im stamm

du stehst
du wächst
verteilst
der erde kraft
in dir

atmest sie
aus blüten
zurück
in die welt
ausser dir

wo wind
wartet
mit deinem duft
zu spielen


schön ist es
den himmel
durch dich
beben zu sehen
die wolken
zittern mir durchs bild
bist du schon weg

bin ich es
der da bebt
an dir
bist du es
die nachbrummt
in mir

schön ist es
den sugo
brodeln zu hören
der geruch
füllt alle winkel
koche ich vor
bist du schon da



















































































 
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